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 Testbericht Venom 1 10qm
 
Bernd
59 Beiträge
Nutzer von
9/18/2005

Testbericht Venom 1 10qm
Veröffentlicht: 26 May 06 12:11 PM bearbeitet durch Bernd  am 5/26/2006 12:21:19 PM)


Hallo Leute,

heute war ich mit Basti, Michael und Martin auf der Wasserkuppe zum Snowkiten. Ich bin meine Venom von Peter Lynn mit 10 qm heute zum ersten Mal geflogen.

Da ich zur Zeit oft nach einem günstigen und guten Kite zum ATB- und Snowkiten gefragt werde will ich meine heutige Erfahrung mal niederschreiben.

Es war heute viel Wind angesagt, deshalb haben wir alle unseren kleinen Kites mitgenommen.

Es ist immer ein besonderer Moment wenn man einen neuen Kite zum ersten Mal startet. Wenn dazu noch Bedingungen wie auf der Wasserkuppe heute herrschen hat man Respekt dazu. Auf der Wasserkuppe angekommen haben wir nur Schnessturm gesehen, Sicht manchmal unter 30 Meter. Später klarte es auf und die Sicht war so gut wie selten.

Ich bin ja bisher nur meinen Guerilla 15 qm geflogen und war deshalb auf den Venom sehr gespannt.

Der Venom kommt in einem aufwändigen Rucksack, der ausser dem Kite noch die Stangen, ein T-Shirt und eine Lehr-DVD enthält. Der Venom ist eine Mischung aus Matte und Tube-Kite. Er hat keine Waage, sonder Power- und Bremsleinen werden an den Enden des Kites angeknotet. Zur Stabilisierung werden Stäbe an den Enden in den Kite geschoben. Diese Stäbe sind für den Transport dreiteilig. Mit einem Band lassen sich die Stäbe einfach wieder herausziehen. Beim Einsatz im Schnee werden die Stäbe spröde und können brechen wenn man nicht aufpasst. Es gibt sie zum Glück auch einzeln zu kaufen.
Transportieren kann man den Kite im Rucksack mit oder ohne Stäben : Mit Stäben aufgerollt (finde ich bequemer) ist der Venom eine 1 m lange Wurst. Der Clou : Im Boden des Rucksacks kann man einen Reissverschluss öffnen und erhält eine lange Tasche, in den der Venom so aufgerollt passt. Leider ist die Tasche so modifiziert etwas eng und man hat keinen Trageriemen wie bei der Tasche des Guerilla. Dafür gibt es keinen Reißverschluß, in dem sich der Kite beim Einpacken einklemmen kann. Nun ja, man kann nicht alles haben.

Der Venom wird zum Starten längs in Windrichtung auf der Boden gelegt, auf das Ende im Luv (windzugewandte Seite) lege ich mein Snowboard drauf, dann fliegt er auch beim stärksten Wind nicht weg. Der Venom hat 3 luftdichte Reißverschlüsse, einen in der Mitte zum Entlüften und je einen am jedem Ende zum Aufblasen des Kites. Die hab ich alle erstmal zugelassen damit kein Schnee in den Kite kommt.

Die Leinen lege ich zuerst im 90 Grad Winkel aus, damit ich sie besser kontrollieren kann. Im Gegensatz zum Guerilla hat die Venom nur eine Anknüpfmöglichkeit für die Powerleinen und auch nur eine Möglichkeit für die Bremsleinen. Ich habe für die Venom die Lynn Zero-Bar mit 60 cm Breite benutzt. Da Lynn die 50 cm Bar empfiehlt war ich gespannt wie die kleine Venom an der relativ grossen Bar fliegt.

Die im Lee liegende Powerleine wird auf der Oberseite der Venom an einem Klett befestigt, dem sogenannten Launch Assistant. Dadurch wird verhindert, dass diese Leine beim Start unter den Kite gerät, was beim Guerilla ab und zu passiert.

Zum Füllen des Kites wird am Luv-Ende ein Reißverschluß geöffnet, der Wind besorgt dann den Rest. Bei dem Wind heute war die Venom in Null Komma Nix gefüllt, bei weniger Wind muss man schonmal die Öffnung in den Wind halten und etwas wedeln. Vor dem Start sollte man kontrollieren, ob auch alle Reißverschlüsse geschlossen sind.

Gestartet wird die Venom wie alle Peter Lynn Twein-Skin-Kites im 45-Grad Winkel zum Wind. Nach genauer Kontrolle der Leinen geht man einen Schritt zurück, die Leinen spannen sich und das hintere Ende des Kites hebt sich an. Der Kite bekommt dann seine U-Form und startet ganz brav am Windfensterrand. Der Venom war nach dem Start etwas zickig und die Tipps sind ein paarmal zusammengeschlagen, weil er noch nicht ganz gefüllt war. Der Guerilla dagegen tut das nicht, den kann man fast leer starten. Nach ein paar Zügen an den Powerleinen hat sich der Venom dann ganz gefüllt und flog ruhig am Himmel.

Am Anfang kam er mir natürlich sehr schnell und zu wendig vor, da ich ja nur den Guerilla gewohnt war. Nach ein paar Minuten habe ich mich dann sehr wohl gefühlt mit der Venom. Er steht absolut stabil am Himmel, egel welche Bö kommt, ein konkurrenzloses Merkmal aller Peter-Lynn-Kites. Er hat immer das gemacht was ich will und ich wusste immer wo er am Himmel ist, auch wenn ich nicht hingeschaut habe. Der Venom in 10qm lässt sich also gut mit der 60cm-Bar fliegen.

Beim Fahren ist mir der große Depowerbereich aufgefallen, der gleichmässig mit der Bar abzurufen ist. Der Venom lässt sich mit der Bar einfach nach vorne an den Windfensterrand und wieder zurück in die Powerzone lenken. Beim Guerilla ging das nicht so gut, der blieb am Windfensterrand wenn er einmal dort war und ließ sich auch durch Anbremsen nicht dazu bewegen, wieder in die Powerzone zurückzufliegen.

Die Windstärke war 5-6 und in Böen 7-8. Auf der Erhöhung auf dem Flugfeld blies der Wind ungebremst über den Schnee, wie es an der Wasserkuppe bei Südwind so üblich ist. Man hatte dort also genau den Wind, wie er im Windreport angezeigt wird :

Die Lenkkräfte waren natürlich in Gegensatz zum Guerilla sehr klein, das Fliegen insgesamt sehr komfortabel. Beim Springen (ohne Board an den Füssen) ist mir aufgefallen, dass es schnell runter geht wenn man die Bar nach oben schiebt. Der Guerilla setzt einen dann sanfter ab. Also Bar gezogen lassen oder nur langsam nach oben. Der Lift kam mir wenig vor.

Basti ist den Venom dann auch mal gefahren (ich sag nur "Back to the Roots"). Er hat mehr Vergleichmöglichkeiten da er schon länger kitet und von Tube bis Lynn Phantom und Flysurfer alles gut kennt. Er meinte zur Venom : "Das ist ja entspanntes Fahren pur !". Der Lift beim Springen kam ihm auch wenig vor, sein 9-er Yarga Tube hob ihn wesentlich höher.

Wir werden noch testen ob man durch Trimmen des Kites oder durch Sprungtechnik noch mehr aus der Venom rausholen kann.

Landen tut man die Venom, wie alle ARC- und Tube-Kites am besten mit Helfer. Der packt am Windfensterrand die untere Stange und durch ein paar Schritte Richtung Kite sind die Leinen drucklos und der Kite flattert im Wind. Ohne Helfer kann man den Kite auch landen, auf Schnee rutscht er aber weg und die Leinen können sich vertüddeln. Landen und Starten geht nicht so einfach wie z.B. bei Flysurfer oder Matten, die man in einer Sekunde landen und wieder starten kann.

Wenn der Venom mal runterfällt (was wirklich selten vorkommt), kann man ihn fast immer wieder starten. Auch wenn er invertiert oder eine Sanduhr bildet kann man das durch Zuppeln an den Leinen meistens beheben. Da braucht man etwas Erfahrung mit den Kites. Interessant wird natürlich der Relaunch auf dem Wasser. Da kann man ja nicht einfach mal zum Kite laufen und ihn gerade hinlegen.

Als Resumé kann ich sagen : Der Venom ist wirklich ein toller Kite, ein gelungene Weiterentwicklung zum Guerilla, ein Kite zum Wohlfühlen. Natürlich erreicht er nicht die Leistung eines Flysurfers oder die Wendigkeit eines Tubes, aber ein Kite der alles kann muss noch erfunden werden.

Ich freu mich schon auf das nächste Mal im Schnee oder auf dem Wasser mit der Venom.

Beim Vergleich mit dem Guerilla schneidet der natürlich schlechter als die Venom ab. Man muss aber auch beachten, dass 2 Kitegenerationen und eine beachtliche Preisdifferenz dazwischen liegen. Der Guerilla wird trotzdem mein großer Kite für weniger Wind bleiben und ich werde auch in Zukunft gerne mit ihm fliegen.

Grüße Bernd

 


Live as if you would die tomorrow, learn as if you would live forever. No Risk No Fun.
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